Ristorante Semiramide

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  • Ruhetage: Dienstag im Sommer, Dienstag und Mittwoch im Winter

  • ristorantesemiramide.it

  • Via Pian dell’Ara 1- 05020 Melezzole TR

  • 0744 - 951008

  • info@ristorantesemiramide.it

Wer zum Essen zu Pierluigi und Chiara geht, begibt sich auf eine Schatzsuche. In einem der kleinsten und entlegensten Burgdörfer zwischen Amelia und Todi überraschen die jungen Geschwister die Liebhaber niveauvoller Hausmannskost. In Melezzole angekommen, einer aus dem 12. Jahrhundert stammenden Festung, erleben Besucher heute das große Glück der italienischen Küche: Es gründet auf einer diffusen, tief verwurzelten kulinarischen Tradition einerseits und der Intelligenz, das Erbe zeitgemäß zu erneuern. Den beiden 30-Jährigen, Pierluigi am Herd und Chiara im Speisesaal, gelingt die Verbindung hervorragend. “Wir wählen die besten Produkte der Saison aus und hoffen, unsere Gäste damit zu erobern”, sagen sie. Und genau das tun sie seit einem Jahrzehnt. Nichts ist banal bei ihnen. Nicht die Speisen, nicht die Bedienung, nicht die Familiengeschichte, nicht der Restaurantname “Semiramide” und nicht einmal das selbstgebackene Brot. Ihre Ur-Ur-Großmutter hatte um 1900.eine Schenke im Inneren der Festung von Melezzole eröffnet. In ihrer Osteria servierte sie den Reisenden, die auf dem Weg von Todi in die Maremma einkehrten, Wein und warme Speisen. Die Ahnin trug den Namen der legendären babylonischen Königin Semiramide (die Opernfans aus Rossinis Melodrama kennen) und erwarb sich einen guten Ruf in der Gegend. Nach ihrem Tod jedoch brach die Tradition ab. Die Sitten der Zeit benachteiligten den Familienzweig von Pierluigi und Chiara, das Erbe ging an den ältesten Sohn, der dem Betrieb der Osteria nicht gewachsen war. Viel später erst, 1990, entschließt sich die Mutter der Geschwister, ein neues Restaurant Semiramide aufzumachen. 2006 gibt sie den Kochlöffel an ihre Kinder ab. Die hatten in der Zwischenzeit ihre Ausbildung absolviert und erste Berufserfahrungen auch im Ausland gesammelt. In ihrem Heimatdorf bieten sie die typischen Gerichte der umbrischen Küche an und folgen dabei konsequent nach den Jahreszeiten. Das Gemüse holt sich Pierluigi aus seinem Biogarten. Die Viehwirte, bei denen er sich das Fleisch vom Chianina-Rind und Schwein besorgt, kennt er seit Kindesbeinen. Die umliegenden Wälder liefern dem Landkoch Trüffel und Pilze, die namhaften Kastanien aus Santa Restituta und das Wild. Wenn Sie im Winter an einem schönen Kaminfeuer sein Wildschwein an Wacholder kosten, ein Klassiker der umbrischen Küche, wird Ihnen ein duftendes, sagenhaft zartes und aromatisches Fleischragout serviert. Auf Anhieb wird Ihnen klar, dass der junge Koch die Tradition respektiert, sich aber nicht auf ihr zur Ruhe setzt. Im Sommer dagegen gibt es im Semiramide hausgemachte Ciriole-Nudeln mit Pachino-Tomaten, gesalzener Ricotta und knusprigen Speckstreifen aus der Schweinebacke. Auch die Pizzen werden dann auf der grünen Terrasse zwischen blühendem Hibiskus und Hortensien serviert. In Melezzole, das im unberührtesten und bezauberndsten Teil der Sentieri Amerini liegt, beginnt Lebensqualität eben mit der Unverfälschtheit der lokalen Produkte.