Made in Amerino

Kommen Sie auf den Geschmack: Wein, Olivenöl und die Spezialitäten lokaler Erzeuger

Man sagt, Umbrien sei das spirituelle Herz Italiens. Die sanften Hügelketten genau in der Mitte der Apenninenhalbinsel gaben einst die Kulisse ab für das Wirken des heiligen Benedikt von Nursia, dessen Lehren ein Pfeiler des Christentums und der westlichen Zivilisation sind, und für die Predigten von Franziskus, dem liebenswertesten Heiligen, den Italien hervorgebracht hat. Nicht nur dieser spirituelle Geist macht bis heute den besonderen Zauber Umbriens aus. Da sind auch eine gewisse Abgeschiedenheit, eine besondere Naturverbundenheit, die Unendlichkeit der Panoramen, die sich wohltuend auf das Gemüt niederschlagen. Und der Gaumen? In der Umgebung von Amelia sind die antiken Traditionen der Herstellung von Wein- und Olivenöl lebendig. Die lokale Landwirtschaft bringt vorzügliches Fleisch, Hülsenfrüchte, Käse, alte Getreidesorten und Honig hervor. Die Wiederentdeckung unverfälschter Aromen, alter Zutaten und einer gesunden Ernährung gibt der handwerklichen Produktion Auftrieb. Die Szene junger Erzeuger wächst stetig. Hier ein paar Tipps zur Entdeckung des kulinarischen Amerino.  


Die Winzer (und Bierbrauer) rund um Amelia 

Die italienische Weinrevolution kann man in dieser Ecke Umbriens aus der Nähe betrachten. Eine junge Generation von Winzern hat die Nachfolge ihrer Väter angetreten. In den Kellereien herrscht Aufbruchsstimmung. Rebberge, Keltermethoden und Marketingstrategien werden erneuert. Das Streben gilt der Qualität und Authentizität der Weine. Man experimentiert und entdeckt uralte, heimische Rebsorten wieder in einer Gegend, in der der Weinanbau seit der Antike praktiziert wurde. So beschreibt der Dichter Vergil, wie die Bauern in Amelia in der Römerzeit die jungen Reblinge mit Weidenruten festbanden. Heute sind die jungen Winzer aus dem Amerino aufgebrochen, mit ihren Flaschen die Auslandsmärkte zu erobern. In dieser lebhaften Szene durfte natürlich die Gründung einer handwerklichen Brauerei nicht fehlen.


Olivenöl, das grüne Gold Umbriens

Wenig, aber vorzüglich. Der Anteil des kaltgepressten Olivenöls aus Umbrien macht nur gut 2 Prozent der italienischen Gesamtproduktion aus. Doch was die Qualität angeht, ist das umbrische Öl Spitze. Die Region erhielt von der Europäischen Union für ihr Olivenöl die geschützte Ursprungsbezeichnung Umbria DOP (Denominazione di Origine Protetta). Das Qualitätssiegel gebührt der ganzen Region, was einmalig ist. Der Olivenanbau hat auch die Ameriner Hügel seit zwei Jahrtausenden geformt. Mit ihren silberglänzenden Blättern und knorrigen Stämmen prägen die Ölbäume die Landschaft im Südzipfel Umbriens. Und so gilt das „grüne Gold“, reich an Düften und Aromen, als ein Paradeprodukt Mittelitaliens. “Hier in Umbrien übertrifft es den Wein”, sagt die Agrarexpertin Angela Canale. Viele Olivenbauern und Ölerzeuger erkannten, dass die Olive mindestens so komplex ist wie die Traube. Nach dem großen Qualitätssprung des italienischen Weins wächst nun die Kultur des Olivenöls. Und sogar seine Erforschung. Bei Lugnano in Teverina legte man 2014 eine Sammlung von Olivenbäumen aus allen Teilen der Erde an. Sie stammen aus den Mittelmeerländern, aus Amerika, aus dem Nahen Osten. Bislang gedeihen 930 junge autochtone Exemplare aus allen Regionen Italiens, aus Israel und Syrien, aus Jordanien und dem Iran, aus Mexiko und den Vereinigten Staaten friedlich in der Collezione Mondiale di Varietà di Ulivo Ziel der Initiative ist es, die Artenvielfalt der mythologischen Pflanze auf der Erde zu bewahren  und wissenschaftlich zu erforschen.

 


Farmermarkt im Kreuzgang

Orto dentro le Mura heißt der Farmermarkt, der samstagmorgens in Amelia abgehalten wird. Im eleganten Kreuzgang Boccarini trifft man sich zum Wocheneinkauf. Unter dem Klostergewölbe aus dem 16. Jahrhundert bieten kleine Erzeuger erntefrisches Gemüse und Obst, Eier, Brot, Käse, Wurst, Fleisch, Dinkel, Linsen, Honig, Marmeladen, Safran, Kräuter, Nudeln und Olivenöl überwiegend in hervorragender Bio-Qualität an. Ein Muss!

Um das kulinarische Erlebnis abzurunden, drängen sich ganz in der Nähe mindestens drei weitere Etappen auf.

Hinter dem Stadttor Porta Romana links stellt Manola Cerasi täglich am laufenden Band frische Nudeln her. In ihrer Ladenwerkstatt verkauft sie Fettuccine und Tonnarelli, Agnolotti und Ravioli mit verschiedenen Füllungen, Gnocchi und Quadrucci (La pasta fresca di Cerasi, Via Farattini 14).

Zweite Station: der Käseladen von Giacomo Vitto. Jeden Morgen um vier Uhr beginnt  Vitto, die Milch von einem nahegelegenen Hof in seine Frischkäsespezialitäten zu verwandeln. Mit der Hand zupft (mozzare) er die Mozzarella, stellt eine unglaublich fein und frisch schmeckende Ricotta und einen zarten Primo Sale her (ConVitto, Via della Repubblica 34).

Schräg gegenüber liegt die Gelateria Girotti. Hier rührt der junge Gabriele ein unwiderstehlich leckeres Eis nur aus natürlichen Zutaten an. Auch die kuriose Geschichte der Gelateria Girotti lohnt den Besuch.

20170520_094754.jpg
 
20170520_095233.jpg
Unter dem Klostergewölbe aus dem 16. Jahrhundert bieten kleine Erzeuger erntefrisches Gemüse und Obst, Eier, Brot, Käse, Wurst, Fleisch, Dinkel, Linsen, Honig, Marmeladen, Safran, Kräuter, Nudeln und Olivenöl überwiegend in hervorragender Bio-Qualität an. Ein Muss!

IHRE ERLEBNISSE

Berichten Sie von Ihrer Erfahrung @SentieriAmerini, benutzen Sie #sentieriamerini